Arche-Gründer warnt vor zunehmender Not und häuslicher Gewalt

Der Arche-Gründer Bernd Siggelkow

Von Bernd Siggelkow

Auch wenn viele damit bereits gerechnet haben, so hat der erneute Lockdown die Menschen hart getroffen, die Wirtschaft und vor allem auch unsere Familien, die sowieso schon abgehängt sind. Ab Mittwoch sind die Schulen wieder größtenteils geschlossen, die Kinder sind auf Homeschooling angewiesen und die Lehrer sollen versuchen, das Lehrmaterial nach Hause zu bringen. Die Digitalisierung hat an den Brennpunktschulen häufig nicht funktioniert, geschweige denn, dass die dafür benötigten Endgeräte angekommen sind. Wir haben dadurch noch mehr Arbeit. Wir brauchen unsere virtuelle Arche mit virtuellen Hausaufgaben, was wir ab sofort auch wieder verstärkt angehen werden.

Auf der anderen Seite muss das Hilfesystem gerade jetzt nach oben und nicht nach unten fahren. Die Jugendämter werden in der Weihnachtszeit ganz sicher Hochkonjunktur haben, weil viele Menschen einsam und alleine sind. Die Situation wird immer schwieriger. Die Kinder können ab Mittwoch nicht mehr in der Schule essen, auch nicht nach den Ferien bis zum 10. Januar. Daher ist die Situation der Familien noch angespannter, wenn sie sich nun komplett selbst versorgen und zusätzlich auch Weihnachtsgeschenke kaufen müssen.

Wir als Arche werden wieder zu den Familien nach Hause fahren und sie unterstützen. Wir werden ihnen Lebensmittel bringen, aber sie auch moralisch aufbauen. Wir müssen jetzt vor allem an die abgehängten Kinder denken und für sie da sein. Das heißt, auch die Kummer- und Sorgentelefone müssen besser besetzt sein, nicht nur zu regulären Öffnungszeiten von 09:00 bis 17:00 Uhr. Denn Probleme gibt es vor allem am Wochenende und in der Nacht. Wir warnen ganz stark davor, dass dieser Lockdown dazu führen wird, dass die häusliche Gewalt steigt und die Not der Menschen um sich greift. Daher sind wir als Arche deutschlandweit 24 Stunden erreichbar, für fast 2.000 Familien, die uns anvertraut sind.

Die Weihnachtszeit wird eine spannende. Wir wollen Hoffnung in die Familien hineinbringen, denn Weihnachten ist auch das Fest der Liebe. Deswegen braucht es viele Menschen, die daran teilhaben, viele, die mit unterstützen. Dazu benötigen wir dringend haltbare Lebensmittel, um letztendlich tatsächlich etwas an die Tür bringen zu können und den Familien stärkend zur Seite zu stehen. Wir wollen Weihnachten gemeinsam gestalten – ganz nach unserem Slogan „Weihnachten trotz(t) Corona“.

Neben haltbaren Lebensmittel werden auch gut erhaltene Winterkleidung und funktionierende Smartphones gebraucht, um mit den Kindern während des Lockdowns in Kontakt bleiben zu können, sowie Tablets für das Homeschooling, wobei wir sie ebenfalls unterstützen. Die Sachen können an jedem Standort der Arche (www.kinderprojekt-arche.de) abgeben oder dorthin geschickt werden. Gerne auch an die Zentrale in Berlin-Hellersdorf, Tangermünder Str. 7, in 12627 Berlin. Ebenso sind Spenden ein große Hilfe: Die ARCHE, Bank für Sozialwirtschaft, IBAN DE78 1002 0500 0003 0301 00.